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Brief an einen möglichen Gast / Pilger

Mein lieber [junger] Freund,

Du hast von mir so oft von Schlaraffia, ihren schönen Feiern und manchen lustigen Stunden gehört. dass Du mir den Wunsch geäußert hast, einmal einer solchen Sitzung beizuwohnen.
Deinem Wunsch darf ich nach eingeholter Zustimmung nun demnächst entsprechen.
Vorher habe ich aber einiges Grundlegendes zu sagen, damit Du mit den richtigen Voraussetzungen in eine Dir fremde Welt eintrittst und Dir die Sympathien, die man Dir entgegenbringt, erhalten bleiben.
Wegen ihres Namens wird Schlaraffia oft als eine Gemeinschaft betrachtet,
der Essen und Trinken besonders am Herzen liegen. Nichts ist falscher als das!
Trotz manchmal ausgelassener Fröhlichkeit ist Schlaraffia ein seriöser, mit strengen Satzungen und Regeln ausgestatteter Bund reifer und freier Männer,
dessen wertvollstes Ziel die FREUNDSCHAFT ist. Nur der Freundschaft zwischen den anderen Mitgliedern und mir und dem daraus entstehenden Vertrauen verdankst Du die Bewilligung,
als Pilger eingeführt zu werden.
Ob Du auf die anderen Mitglieder sympathisch wirkst,
hängt ganz allein von Deinem Benehmen und Verhalten ab.
Ich habe keinerlei Einfluss darauf.
Das zweite Ziel der Schlaraffia ist die KUNST.
In unseren Reihen sind viele große Künstler, und wir sind stolz auf ihre Mitgliedschaft und ihre Freundschaft. Wir können aber nicht alle große oder auch nur kleine Künstler sein.
Die Pflege der Künste soll uns aber Lebensfreude vermitteln, und so müssen wir auch als Laien jede Kunst (=jedes Können) schätzen und alles Streben nach Kunst, auch wenn es dilettantisch ist, achten. Die Kunst adelt den Menschen.
Als drittes Ziel erst gilt der HUMOR.
Nicht ausgelassenes Toben, kindisches Lärmen oder gar Sticheln
und anzügliches Witzeln sind Humor.
Mit Recht sind Politik, konfessionelle Streitfragen
und Obszönitäten aus der Schlaraffia ausgeschlossen.
Humor hat nur dann das verständnisvolle Lächeln oder befreiendes Lachen zur Folge,
wenn derjenige, auf dessen Kosten es geht, herzhaft und fröhlich mitlachen kann.
Die Schlaraffia hat ein eigenes Gesetzbuch, den Spiegel und das Ceremoniale.
Generationen haben es geschaffen und immer wieder daran verbessert.
Auch wenn Du sie nicht verstehst, hast Du alle Bestimmungen,
die Dir bekannt werden, zu achten.
Und nun fragst Du mich, wie Du Dich verhalten sollst!
Da gibt es nur eine Antwort: bescheiden.
Wenn Du zum ersten Male in eine Sippung eingeführt wirst,
siehst Du so viel Eigenartiges und Unerklärliches,
dass Du nicht müde wirst zu schauen und zu hören.
Nichts wäre falscher, als gespreiztes Getue, das Du siehst,
albern zu finden oder gar selbst gleiche Späße machen zu wollen.   Wenn Du gar andere übertrumpfen oder Kommentare abgeben wolltest, so wäre dies der Weg, Dich unbeliebt zu machen.

Bedenke, was ich Dir sage:
Die Männer, die Du in Schlaraffia siehst,
sind höchst ehrenwerte Bürger,
die draußen große Achtung genießen.
Einmal in der Woche wollen sie in der Märchenwelt der Schlaraffia für einige Stunden die profane Welt vergessen. Es braucht Jahre, bis Du sie ganz verstehst,
und deshalb gibt es für Dich kein Urteil und keine Kritik.

Solange Du ein Gast oder Pilger bist, musst Du nichts sagen als bei Gelegenheit Deiner offiziellen Begrüßung ein paar Dankesworte für die Bewilligung Deines Kommens.
Wenn Du Mitglied werden möchtest, dann gibt Deine Zulassung als Prüfling Dir Rechte und Pflichten, gelegentlich Dein geistiges Niveau zu zeigen: etwa, was Dir in den Künsten Freude macht, oder seien es auch nur wenige Worte von der Rostra.
Als Mensch, der Verständnis für Tradition hat, wirst Du aber auch im Stand des Knappen oder des Junkers in die weit über hundert Jahre alte Geschichte eindringen wollen und den Instruktionen zu folgen haben.

Zwei Jahre mindestens würde es gehen,
bis Deine Ausbildung zum jungen Ritter vollendet ist.
Aber auch der junge Ritter hat Achtung vor den langjährigen Mitgliedern und ihrer Erfahrung und bemüht sich um ihren Rat
und ihre Freundschaft.
Eifer und Ausdauer, reifer Takt und gutes Benehmen seien Deine Begleiter.
Wenn Du mit Geduld strebsam bist und doch Dein Temperament zu zügeln weißt,
wirst Du dereinst ein guter Schlaraffe sein.
Kann ich mich in jeder Beziehung auf Dich verlassen?



Anmerkung: dieser Text ist von der Allschlaraffia freigegeben!
(Quelle unbekannt- Rt Libero)

Schlaraffia und Allschlaraffia sind eingetragene Wortmarken

 

 

Letzte Aktualisierung auf dieser Seite am 30.08.2019        

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